Die kleinen Blüten des Mauer-Gänseblümchens bezaubern – doch sie verdrängen andere

Erigeron karvinskinaus (syn. E. mucronatus), das Mexikanische Berufskraut stammt ursprünglich aus Zentral- und Südamerika. Im 18. Jahrhundert wurde es als Zierpflanze in Europa eingeführt und hat sich in Südeuropa, der Schweiz bis Süddeutschland ausgebreitet, aber auch in wintermilden Gegenden Europas mit höheren Niederschlägen etwa in der Bretagne oder Cornwall eingebürgert.

Im nördlichen Italien wird Erigeron karvinskianus gerne zur Einfassung von Rabatten gepflanzt. Dank Klimawandel kann die wärmeliebende, anspruchslose kleine Pflanze, die einjährig kultiviert wird, an eher geschützten Standorten auch überwintern und sich verbreiten: sie bildet Pflanzenteppiche, die andere heimische Arten verdrängen können.

Weil Erigeron karvinskianus gerne Mauerritzen besiedelt, trägt sie auch den Namen Mauer-Gänseblümchen und überzeugt ästhetisch mit ihren zauberhaften weiß-rosa Korbblüten. Mauerfugen stellen ausgesprochen nährstoffarme Standorte dar, wenn in dem Gebiet dann noch Sommertrockenheit dazukommt, braucht Erigeron karvinskianus eher sickernasse Mauern, um zu überleben.  

Wer ein ähnlich charmantes Blühbild in seinen Garten holen möchte, kann als Alternative die Steinbrech-Felsennelke – Petrorhagia saxifraga- wählen. 

Online-Literaturhinweise:

Brandes, D. (1992): Asplenetea-Gesllschaften an sekundären Standorten in Mitteleuropa. https://doi.org/10.24355/dbbs.084-200511080100-282

Cordula Loidl-Reisch